Verkehr und Infrastruktur vif.lu. ch

Gregor Schwegler im Interview: 100 Tage im Amt

Seit dem 1. Februar 2021 ist Gregor Schwegler Kantonsingenieur und Leiter der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif). In diesem kurzen Interview schaut er auf die ersten 100 Tage bei der vif zurück und wirft einen Blick in die Zukunft.

Gregor Schwegler

Was haben Sie in diesen ersten 100 Tagen an Überraschendem gelernt?
Die Breite und Vielfalt der Tätigkeiten innerhalb der vif hat mich beeindruckt und die Organisation ist sehr professionell aufgestellt. Von aussen sieht man leider nicht, mit welch verantwortungsvollen, innovativen und kreativen Aufgaben die Projektleitenden betraut sind und mit welch grossem Engagement und Weitblick sie ihrer Arbeit anpacken.

Was macht die Arbeit bei der vif besonders spannend?
Die Mitarbeitenden setzen mit viel Eigenverantwortung eine Vielfalt von mehr als 600 Projekten pro Jahr um. Und sie denken dabei 20-30 Jahre in die Zukunft. Das Gebiet der Planung und Realisierung von Strassen kannte ich bereits gut, aber die sehr weit gefassten Themenbereiche wie der Schutz vor Naturgefahren oder die Aufgabenbereiche des Strasseninspektorats waren mir mehrheitlich neu. Ich tausche mich sehr eng mit den Projektleitenden aus und mache mich mit ihren Projekten vertraut. Diese Gespräche zu führen, ist äusserst interessant. 

Welche Herausforderungen stehen an?
Unsere Mobilität ist ein hoch aktuelles, spannendes, aber auch emotionales Themenfeld. Die vif entwickelt die künftige Mobilitätsstrategie des Kantons massgebend mit. Die daraus resultierenden, zukunftweisenden Infrastrukturprojekte werden in der vif entwickelt, geplant und realisiert. Es ist absolut spannend, zusammen mit den Projektleitern auch die grossen Generationenprojekte zu begleiten und mit umzusetzen. Künftig ist mit mehr Hoch- und Niederwasserereignissen, tendenziell trockeneren Sommern und schneeärmeren Wintern, aber auch mit intensiveren Niederschlägen zu rechnen. All dies hat Auswirkungen auf den Bereich «Schutz vor Naturgefahren» mit ihren über 100'000 Schutzbauten. Die Schutzkonzepte werden momentan überprüft, aktualisiert und daraus den Erhaltungs-, Sanierungs- und Erneuerungsbedarf abgeleitet. 
Wer bei der vif arbeitet, hat nicht nur mit diesen herausfordernden Projekten und Veränderungen zu tun, sondern auch mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen wie etwa der Nachhaltigkeit oder Digitalisierung. Unsere Organisation erlebt diesen Wandel, wir stecken sozusagen mitten drin. 

Welche internen Themen beschäftigt Sie momentan besonders?
Die Rekrutierung von geeignetem Personal auf einem hart umkämpften Markt ist eine der grösseren Herausforderungen. Es ist anspruchsvoll, Mitarbeitende für die Bereiche des (Umwelt)Ingenieurs- oder Planungswesen zu finden. Wir schreiben unsere Stellen konsequent mit 60-100% aus, um wirklich attraktiv für Teilzeitmitarbeitende zu sein – auch unsere verantwortungsvollen Aufgaben als Projektleitende eignen sich perfekt, Beruf und Familie im gesunden Gleichgewicht zu halten. Wiedereinsteigerinnen, aber auch Teilzeitmitarbeitende können bei uns eigenverantwortlich grosse Projekte leiten. Da will ich als Leiter der vif künftig mehr bieten, als dies die klassische Planungsbranche und die produzierende Bauindustrie tun. Auch sehr erfahrene Fachleute über 55 passen bestens in unsere Teams und können ihre Erfahrung an die jüngeren Mitarbeitenden weitergeben. Zudem setzen wir auf mobil-flexibles Arbeiten. Die «work smart» Initiative des Kantons hat sich in der vif durchgesetzt und wird auch nach Corona konsequent weitergelebt. 

Worauf freuen Sie sich besonders in den kommenden Jahren?
Ich freue mich sehr darauf mitzuerleben, wie beispielsweise die Projekte Lammschlucht oder Ränggloch von der Planungs- in die Umsetzungsphase eintreten, sich das Jahrhundertbauwerk Durchgangsbahnhof Luzern entwickelt und der Bypass mit den Gemeinden und den Bund umgesetzt wird.  Auch bin ich gespannt zu sehen, wie die Hochwasserschutz- und Renaturierungs-Massnahmen entlang der Kleinen Emme schrittweise realisiert werden. Das Projekt Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss wird die Zukunft ebenfalls prägen. 
Aber auch andere Themen werden mich und mein Team in den nächsten Monaten und Jahren beschäftigen: Wie werden sich Digitalisierungsprojekte nach und nach in unsere Arbeitsprozesse einfügen? Planen wir 2022 bereits die ersten Projekte mit BIM? Wie setzen wir den Nachhaltigkeitsgedanken unsere Projekte konsequent um? Wie wird sich unsere Organisation wandeln und welche Mitarbeitenden – speziell Frauen – können wir neu dazu gewinnen? Darauf bin ich gespannt.
 
Auf dieser Webseite werden zur Verbesserung der Funktionalität und des Leistungsverhaltens Cookies eingesetzt. Durch Klicken auf den OK-Button stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Webseite zu.
Weitere Informationen