Phase 2: Lösungsentwicklung und favorisierte Lösungskombination
Auf der Basis des Zielbilds und der rund 480 Hinweise aus dem ersten öffentlichen Workshop entwickelte das Planungsteam von August 2025 bis im März 2026 Lösungsansätze für die künftige Gestaltung des Seeufers zwischen Seeclub und Seewasserwerk. Diese wurden in drei Lösungskombinationen zusammengefasst, mit den Begleitgremien in mehreren Runden geprüft, kommentiert und vom Planungsteam weiterentwickelt.
Am zweiten öffentlichen Workshop vom 11. März wurden die drei untenstehenden Lösungskombinationen mit der Bevölkerung diskutiert und kommentiert.
Zusammenstellung der Hinweise aus dem zweiten öffentlichen Workshop
In allen drei Lösungskombinationen werden die Flächenanteile für die Natur und die Erholung gemäss Verordnung zum Schutz des Sempachersees eingehalten bzw. wo nötig durch Kompensationen ausgeglichen. Bereits vorgesehen ist zudem eine Kompensationsfläche, die eine Erweiterung des Seeclubs ermöglicht.
Lösungskombination 1: Grossflächige Lebensräume
Für den Natur- und den Erholungsraum werden grosse zusammenhängende Flächen mit klaren Abgrenzungen geschaffen. Die Aufteilung entspricht in etwa dem heutigen Zustand. Aufwertungen sowohl für die Natur als auch für die Erholung erfolgen innerhalb dieser Flächen.
- Das Seeufer orientiert sich an der bestehenden Uferlinie, wird aber als Naturufer gestaltet, das im Naturraum viel Dynamik zulässt. Zwischen Seeclub und Seeallee/Festhalle sowie beim Seewasserwerk wird das Ufer mit vorgelagerten Wellenbrechern versehen.
- Die Erholungsraum wird neu organisiert. Im Bereich um die Festhalle wird die Wegführung leicht angepasst. Die Randbereiche werden beruhigt, die Nutzungen in der Mitte angeordnet und die Besucherlenkung verbessert. Vor der Seeallee entstehen zwei Sitztreppen, dazwischen liegt ein Naturufer ohne Schilf mit Sitzsteinen.
- Zwischen Festhalle und Parkplatz liegt eine multifunktionale grüne Fläche, die als Eventplatz oder Überlaufparklatz nutzbar ist. Die Scheune wird nicht verändert, der Parkplatz bleibt am heutigen Standort. Vor dem Parkplatz wird ein kleines Kiesufer für den Wassersport geschaffen.
- Eine Tümpellandschaft bei der Seevogtei dient als klare Trennung zwischen Erholung und Natur. Der Naturraum zwischen Seevogtei und Seewasserwerk wird zum See hin als offene Riedlandschaft und zur Strasse hin als Wiese mit einzelnen Gehölzgruppen gestaltet.
- Der Weg verläuft in erster Linie landseitig. Zwischen Seevogtei und Seewasserwerk kann er entlang der Grenze zwischen Riedlandschaft und Wiese leicht erhöht geführt werden. Drei Stege ermöglichen Wasserein- und Ausstiege. Sie sind schmal und bieten sich darum nicht als Liegebereiche an. Beim Seewasserwerk gibt es – wie heute – einen naturnahen Zugang zum See.
- Ein Aussichtsturm an einem der Stege im Naturraum dient der Naturbeobachtung und bietet Ausblick über die Uferlandschaft und den See.
Lösungskombination 2: Abwechselnde Abschnitte
Entlang des Ufers wechseln sich kleinere Abschnitte von Natur- und Nutzungsraum ab.
- Unterschiedliche Lebensräume ermöglichen ökologische Aufwertungen: Riedflächen, Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren, Krautsäume mit Strauchgruppen und Einzelbäumen. Die Riedfläche beim Seeclub wird vergrössert und die Mündung des offen gelegten Äbersmoosbachs als Delta gestaltet.
- Angelehnt an die Quaimauer aus der Zeit um 1930 wird bei der Seeallee eine Uferpromenade geschaffen. Bei der Festhalle wird der Vorplatz umgestaltet und in der Parkanlage die Wegführung optimiert. So soll eine Beruhigung der Nutzung in diesem Abschnitt ermöglicht werden.
- Der Parkplatz und der Überlaufparkplatz bleiben an ihren heutigen Standorten. Der Bereich um den Parkplatz wird jedoch für eine Mehrfachnutzung umgestaltet: als Parkplatz und als Eventplatz. Die Scheune wird umgenutzt und beispielsweise ortsansässigen Vereinen zur Verfügung gestellt. Vor dem Parkplatz entsteht eine Liegewiese, die an ein grosszügiges Kiesufer für den Wassersport angrenzt.
- Die Uferlinie wird neu gestaltet mit Abflachungen und leichten Einbuchtungen. Beim Seewasserwerk und zwischen Seeallee und Seeclub schützen vorgelagerte Wellenbrecher die abgeflachten Ufer.
- Der Weg wird auf Stegen über Land und übers Wasser geführt. An mehreren Stellen gibt es an diesen Stegen einfache Wasserein- und Ausstiege.
Lösungskombination 3: Lebensraummosaik
Natur- und Nutzungsraum werden zu einem «Lebensraummosaik» verwoben. Es entstehen unterschiedliche, eher kleinräumige Lebensräume entlang des gesamten Seeufers.
- Rund um die Festhalle werden eher ruhige Nutzungen vorgesehen. Der Bereich wird umgestaltet: Seitlich angelegte Pflanzenbänder lassen die Sicht auf den See offen und tragen zur Beruhigung der Zone vor der Festhalle bei. Vorne bei der Seeallee entsteht ein bewachsenes Naturufer ohne Schilf.
- Zwischen Seevogtei und Seewasserwerk wird eine offene Ried- und Wiesenlandschaft mit Tümpeln und Gräben sowie markanten Einzelbäumen geschaffen. Um den Seeclub und am Äbersmoosbach erfolgen ebenfalls ökologische Aufwertungen.
- Freizeitnutzungen sind vor dem Parkplatz vorgesehen. Dieser wird neu gestaltet und so organisiert, dass er auch als Eventplatz genutzt werden kann. Dank der neuen Anordnung entsteht zum See hin eine grosse Spiel- und Liegewiese, die bei Bedarf als Überlaufparkplatz genutzt wird. Ein grosses Kiesufer bietet Platz für den Wassersport.
- Die Scheune wird entfernt (und aufgrund der Vorgaben aus ISOS in der Folge auch das Mehrzweckgebäude mit dem Kindergarten). Im Bereich der jetzigen Scheune entsteht ein kleiner Pavillon mit WC-Anlagen. So funktioniert der Freizeitbereich unabhängig von der Festhalle.
- Die Linie des Seeufers wird neu gestaltet, mit Abflachungen und starken Einbuchtungen. Beim Seewasserwerk und zwischen Seeallee und Seeclub schützen vorgelagerte Wellenbrecher die abgeflachten Uferabschnitte – analog Lösungskombination 2.
- Der Weg kommt fast ohne Stege aus. Zwischen Seevogtei und Seewasserwerk werden bei Einbuchtungen aber drei etwas breitere Plattformen mit Seebezug geschaffen, mindestens zwei davon mit Wasserein- und Ausstieg. Nur im schmalen Uferabschnitt vor dem Seewasserwerk verläuft der Weg auf einem Steg entlang der heutigen Uferlinie.
Nächste Schritte bis zur favorisierten Lösungskombination
Auf dieser Basis erarbeitet das Planungsteam bis im Sommer 2026 eine «favorisierte Lösungskombination», welche die von der Bevölkerung bevorzugten Ansätze bestmöglich berücksichtigt. Zugleich sind die gesetzlichen Vorgaben und die zahlreichen weiteren Rahmenbedingungen (ISOS, Archäologie, Schnittstellen mit weiteren Projekten usw.) zu beachten.
Die «favorisierte Lösungskombination» wird mit der Fachbegleitung, der Begleitgruppe Bevölkerung sowie Stadt und Kanton diskutiert und konsolidiert. Sie bildet die Grundlage für das
Vorprojekt.
Im Spätsommer 2026 findet eine öffentliche Information statt.