Null+: Die Variante Null+ hat hauptsächlich zum Ziel, den Verkehr siedlungsverträglicher und sicherer abzuwickeln und dabei auch Verbesserungen für den öV, den Fuss- und den Veloverkehr zu realisieren. Als Hauptmassnahme ist ein regionales Mobilitätsmanagement vorgesehen, dessen Kernelement ein attraktives öV-Angebot und ein erweitertes Angebot an Fuss- und Velowegen ist. Entlang der Bahnhofstrasse und in dichten Siedlungsgebieten soll der Verkehr mit Tempo 30 verträglicher gestaltet werden. So kann der Verkehr insgesamt flüssiger und zuverlässiger gestaltet werden, was allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommen wird. Die Verkehrsbelastung bleibt aber gross und der Spielraum für die Aufwertung der Strassenräume ist gering.
SU1: Die verkehrliche Wirkung der SU1 – wie auch der anderen Umfahrungsvarianten – ist gut. Gleichzeitig schont die Tunnelführung die Naherholungsgebiete und die Landwirtschaft sowie das Gewerbegebiet. Jedoch überwiegen bei dieser Lösung die Kosten den Nutzen, sodass die SU1 rein volkswirtschaftlich keinen Vorteil bringt.
Umfahrungslösungen mit hohen Kosten und Baurisiken
Wesentlicher Grund, wieso die Umfahrungslösungen in der Schlussbewertung weniger gut abschneiden, sind die hohen Kosten und die grossen Baurisiken. Die teuerste und zugleich komplexeste Variante ist die Süd-Umfahrung SU1 mit Aufhebung des Niveauübergangs Hackenrüti. Die ebenfalls geprüfte Zentrumsentlastung mit offener Linienführung schneidet punkto Kosten gut ab. Die Eingriffe in das Orts- und Landschaftsbild sowie in die Umwelt sind aber sehr gross.
Aufwendiger Variantenvergleich
Der Schlussempfehlung des Planungsteams ist ein aufwendiger Bewertungsprozess vorangegangen. Die Bewertung erfolgte mit drei verschiedenen Methoden, berücksichtigte sowohl eine fachliche kantonale als auch eine regionale Gewichtung der Bewertungskriterien und verglich die Varianten in zwei unterschiedlichen Verkehrsszenarien: ohne zusätzliches Verkehrswachstum (Szenario 2017), mit einer weiteren Verkehrszunahme (Szenario 2040).